Grüße für eine mutige Bremerin!

März 20, 2008

 1antjetreptow.jpg

Antje Treptow ist seit dem 8.März „Bremer Frau des Jahres 2008“.

Die Mutter zweier Kinder arbeitet seit 1995 bei der Drogeriekette Schlecker und stieg dort bis zur Verkaufsstellenleiterin auf. In 13 Jahren gab es keinerlei Kritik an ihrer Arbeitsleistung.

Schwierig wurde es mit der Geburt des zweiten Kindes. Als sie aus dem Erziehungsurlaub zurückkehrte, stellte sie einen Antrag auf Teilzeitarbeit nach dem neuen Teilzeit -und Befristungsgesetz. Schlecker lehnte dies ab und forderte sie auf, entweder Vollzeit zu arbeiten oder das Arbeitsverhältnis zu beenden.

Frau Treptow ging vor Gericht und gewann.

Das hatte 28 Abmahnungen für sie zur Folge, die vor den Arbeitsgerichten in zwei Instanzen als gegenstandslos zurückgewiesen wurden.

Frau Treptow beteiligte sich z.B. an einem Wahlvorstand zur Einrichtung eines Betriebsrates. Am nächsten Tag folgte die Kündigung. Sie reichte Klage ein und gewann. Schlecker legte Berufung ein. Frau Treptow klagte erneut, u.a. darauf, dass wenigstens die notwendigsten Mittel für die Betriebsratswahl -und Arbeit zur Verfügung gestellt werden.

Schlecker legte nun Klage ein, und bestand auf Rechtmäßigkeit der Kündigung, da Frau Treptow nach Ansicht Schleckers die Anweisungen zur Frage, wie beim Verkauf der Produkte vorzugehen ist, nicht eingehalten habe (u.a. hätte sie bei einem Testkauf seitens der Firma, nicht eindringlich genug auf die Internetangebote Schleckers hingewiesen…) und warf ihr vor, ihre Bestellung als Wahlvorstand für einen Betriebsrat sei nicht ordnungsgemäß abgelaufen.

Seit heute gibt es ein abschließendes Urteil. Beide Seiten einigten sich auf einen Vergleich.

Die zahlreichen Kündigungen, der vergangenen Monate, mit zum Teil fadenscheinigen Begründungen, sind damit gegenstandslos. Dafür verpflichtet sich die 37-jährige künftig, von der Geschäftsführung gemachte Anweisungen zur Frage, wie beim Verkauf der Produkte vorzugehen ist, zu akzeptieren.

Offen bleibt die Frage, ob Kunden es schätzen, durch Verkaufspersonal in Werbegespräche für weitere Produkte einer Firma verwickelt zu werden, die sie eigentlich gerade gar nicht kaufen wollen.

Nachtrag: 5.Mai
(Ich finde) Schlecker sinkt immer tiefer! Neuester Coup, um die unbequeme Mitarbeiterin loszuwerden: einfach das Gehalt nicht auszahlen! Antje Treptow musste nun erneut Klage einreichen, um die Zahlung ihres April-Gehaltes durchzusetzen. Richard Schmid von der Gewerkschaft ver.di sieht im Verhalten des Discounters eine neue Schikane gegen die aktive Betriebsrätin Antje Treptow. Schließlich hätten alle übrigen Schlecker-Beschäftigten ihr Geld pünktlich bekommen. Ziel des Ganzen sei es, mit allen Mitteln die Arbeit des Betriebsrates zu behindern. Die Firma Schlecker wollte sich zu dem Vorgang bisher nicht äußern.

 

——————————————————————

Eine Antwort to “Grüße für eine mutige Bremerin!”

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: