Vom „Glück im Leid“

Juli 27, 2011

Zum Beispiel der leidige Zahnersatz…

Ein glücklicher Aspekt von schlecht sitzenden Modellgußprothesen könnte im Folgenden zu finden sein:

Weil es wehtut  und man sie trotzdem tragen soll, bleibt nur eins:
Ablenkung. Also, ich beginne erneut nach unserer geheimnisvollen, früh verstorbenen, wunderschönen Großmutter Paula Batzer zu forschen. Der Schmerz um ihren frühen Tod und die Sehnsucht doch noch Lebensspuren von ihr zu finden,  wiegen schwerer als jedes Prothesenproblem!
Das wackelnde Gebiss treibt mich an und führt mich tief in der Nacht zu google books – dort findet man – fast ALLES – und ich finde Oma Päuli!

Oh, gütiger Zahnschmerz!

Kostbares Fundstück:
Aus „Velhagen & Klasings Monatshefte: Band 41,Heft 8“

Paula Batzer  als Colomba in  „Volpone“

Eine Zeichnung von Marlice Hinz, 1927

…Gewichtiger war, was die Volksbühne am Bülowplatz ihrer ständig wachsenden Gemeinde bot: „Volpone“ von – ja von wem? Man muß wohl sagen: von Stefan Zweig, denn wie er selbst erzählt, hat er statt der geplanten Übersetzung der alten englischen Komödie von Ben Jonson, einem Vorläufer Shakespeares, eine freie Nachdichtung geschaffen, weil ihm auf einer Erholungsreise das Original nicht zur hand war und er so wie von ungefähr dem Gang der Handlung folgen konnte. Diese mangelnde Treue ist dem Stück gut bekommen. Es geht sehr bunt und lustig zu in diesem venezianischen Tanz ums Geld, dessen Sprünge wir auch noch kennen. Vielleicht ist Albert Steinrück als der reiche Leontiner Volpone etwas zu schwer. Um so behänder hüpft Granach als lustiger Gauner und Schmarotzer Moska herum, und Paula Batzer und Barbara von Annenkoff als brave Ehefrau und gewandte Kurtisane sind blühendes Leben. (Dr. Paul Weiglin)
(Premiere war am 22. Dezember 1926)

Aus: „Panoptikum: Stücke und Schriften zum Theater“

Ben Jonsons „Volpone“, in der lebensprallen Neudichtung von Stefan Zweig, ein Mordsgaudium, so recht volksbühnenhaft, allen verständlich, bunt, vielfältig, und mit dem zünftigen Abscheu vor kapitalistischer Erfolgsanbeterei. Unser aller Herbergsvater Schwanneke gab dieser saftigen Komödie die richtige equilibristische Beschwingtheit, und der quecksilbrige Granach, der füllige Steinrück, die liebliche Paula Batzer, die leckere Barbara von Annenkoff halfen ihm aufs beste dabei.

Nachsatz:
Eben,beim ersten Blättern durch die Monatshefte fällt mir  ein getrocknetes, vierblättriges Kleeblatt entgegen!

🙂

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: